Papstgrab

Das Papstgrab Clemens II. (1046-47), der als zweiter Bamberger Bischof als Suitger I. (1040-46) regierte, dürfte sich schon immer im Westchor befunden haben. Das heutige marmorne Hochgrab entstand beim Bau des Eckbertdomes im 13. Jahrhundert (um 1237) und steht auf einem Sandsteinsockel, welcher an den Ecken und in der Mitte der Längsseite zylindrische Säulenbasen aufweist. Die Tumba ist aus vier hellgrauen Platten zusammengesetzt, die an ihren Seiten u. a. das Sterbebett Clemens und die Personifikationen der vier Kardinalstugenden als Reliefs aufzeigen.

Bei der letzten Graböffnung, die aus Sicherheitsgründen während des 2. Weltkrieges 1942 stattgefunden hat, entnahm man die sterblichen Überreste des Papstes samt der Pontifikalkleidung. 1947 wurden die marmorne Tumba wieder aufgebaut und die Gebeine des Papstes erneut beigesetzt.

Der Ornat (liturgische Kleidung) Clemens’ II. bestand aus kostbaren Seidengewänder, war beinahe unversehrt erhalten geblieben und wurde nicht neuerlich beigesetzt. Seine Bedeutung für die Textilgeschichte des Mittelalters und die Frühgeschichte der liturgischen Gewandung ist außerordentlich: „Es konnte bislang noch keine weitere derart hervorragende erhaltene Amtstracht eines hohen kirchlichen Würdenträgers aus dem frühen Mittelalter geborgen werden“ (vgl. Dümler, Der Bamberger Dom).

Heute sind diese Gewänder, die aus geritzt-figuralen Stoffen - aller Vermutung nach im Vorderen Orient - hergestellt wurden, im Bamberger Diözesanmuseum ausgestellt.